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Mietpreisbremse: Ziel verfehlt?   16.01.2019
Viele Immoprofis sind für die Abschaffung

Seit 3,5 Jahren gibt es sie, gebracht hat sie wenig – das ist zumindest die Ansicht der Immobilienprofis zur Mietpreisbremse. 63 Prozent gehen sogar soweit, dass sie das Gesetz wieder komplett abschaffen würden. Das ist ein Ergebnis aus dem Marktmonitor Immobilien (MMI) 2018, einer Studie von immowelt.de, die in diesem Jahr erstmals in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Bertram Steininger vom KTH Royal Institute of Technology in Stockholm durchgeführt wurde. Für rund ein Drittel der befragten Makler sollte die Mietpreisbremse zumindest angepasst werden. Die meisten von ihnen (22 Prozent) wünschen sich einfachere und klarere Regeln. 8 Prozent sind der Meinung, das Gesetz sollte gelockert werden, um die Interessen der Vermieter stärker zu berücksichtigen. 5 Prozent sprechen sich in die entgegengesetzte Richtung aus und wünschen sich eine Verschärfung. Lediglich 2 Prozent finden die Mietpreisebremse gut so wie sie ist.

In Berlin sind die Mieten in den letzten 3 Jahren stärker gestiegen als vor Einführung der Mietpreisbremse. In Hamburg und Köln fällt die Preissteigerung der letzten 3 Jahre dagegen geringer aus.
mietpreisbremseimmowelt


Gutverdiener profitieren am meisten
Ein Grund für die Ablehnung ist, dass aus Sicht der Immobilienprofis die Falschen von der Mietpreisbremse profitieren. Für 42 Prozent sind Mieter mit hohem Einkommen die Gewinner des Gesetzes. Abgesehen davon, dass Vermieter bei der Mietersuche eher Besser- als Geringverdiener wählen, sind diese weniger auf niedrige Mieten angewiesen und profitieren daher von den eigentlich für Geringverdiener gedeckelten Mieten. Daher sind Mieter mit niedrigem Einkommen für 36 Prozent der Befragten die Verlierer der Mietpreisbremse. Ein weiterer Punkt ist, dass Neubauten und modernisierte Wohnungen von der Mietpreisbremse ausgenommen sind. Deren höhere Kosten können sich oftmals nur gutverdienende Mieter leisten.
Große Skepsis gegenüber der Verschärfung
Um die Wirksamkeit der Mietpreisbremse zu erhöhen, hat die Bundesregierung eine Verschärfung beschlossen. Die neuen Regelungen gelten seit Anfang dieses Jahres. Demnach sollen Vermieter neuen Mietern automatisch über die Höhe der Vormiete Auskunft geben, sofern diese bereits über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Außerdem soll das Herausmodernisieren mit einem Bußgeld geahndet werden und es dürfen nur noch 8 statt 11 Prozent der Modernisierungskosten auf den Mieter umgelegt werden. Die befragten Makler stehen der Verschärfung allerdings mit Skepsis gegenüber. 3 von 4 Immobilienprofis (76 Prozent) bezweifeln, dass sich die Markttransparenz für Mieter durch die Verschärfung verbessern wird. Sie befürchten vielmehr, dass Vermieter zu stark reglementiert werden (83 Prozent). 77 Prozent glauben zudem, dass die Qualität der Mietwohnungen infolge der Verschärfung sinken wird, da sich für Eigentümer Investitionen in Renovierungsarbeiten weniger rentieren. Generell zweifeln sie stark daran, dass sich – wie von der Regierung erhofft – die Wirksamkeit der Mietpreisbremse erhöht. Nur 16 Prozent glauben, dass der Mietanstieg durch die Anpassungen merklich gebremst wird.
Wie gering bisher die Wirkung auf die Preisentwicklung war, verdeutlicht eine Immowelt-Analyse. Trotz Mietpreisbremse schnellen die Preise in den meisten Millionenstädten weiter in die Höhe. Seit 2015 kletterten zum Beispiel die Mieten in Berlin von 8,50 Euro pro Quadratmeter (Median) auf 11,40 Euro. Die Steigerungsrate von 34 Prozent liegt damit deutlich über den 25 Prozent, mit denen die Preise in den 3 Jahren vor der Einführung der Mietpreisbremse zugenommen haben.

Quelle und weitere Details: ImmoWelt

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