Mieterhöhung in der Diskussion
Was ist erlaubt?

Inflation
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Hohe Inflation - und es wird über teure Indexmietverträge diskutiert
 - aber geht das so einfach?

Die Antwort ist: NEIN

Die Mieterhöhung ist und bleibt ein sensibles Thema. Mieter/innen fürchten neben bereits immens gestiegenen Betriebskosten zusätzlich noch eine Erhöhung der Grundmiete – doch so einfach, wie sich der ein oder andere Großvermieter die Mieterhöhung vorstellt, geht es nicht!
1. Neuer Mietvertrag:
Hier besteht Vertragsfreiheit, soweit der durch den Vermieter vorgelegte Mietvertrag den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Der Vermieter kann also - - einen Standardmietvertrag – mit der üblichen Mieterhöhungsoption (Mieterhöhungsmöglichkeit alle 12 Monate im Rahmen des Mietspiegels)

- einen Staffelmietvertrag mit festen Steigerungsraten (1. Mieterhöhung frühestens nach 12 Monaten)

– oder auch einen Indexmietvertrag, in dem sich die Miete am Lebenshaltungskostenindex/Inflationsrate orientiert
vorlegen

Auch ein Mietvertrag mit einer „festen Miete“ wäre möglich – den wird es aber in der Praxis nur in Ausnahmefällen geben.

2. Bestehendes Mietverhältnis:
Hier darf der Vermieter nur alle 12 Monate die Miete erhöhen – aber nur im Rahmen der ortsüblichen Vergleichsmiete.
Die Mieterhöhungsankündigung muss schriftlich erfolgen. Der Mieter hat hierbei den laufenden Monat in dem das Mieterhöhungsverlangen eingegangen ist, plus 2 weitere Monate Zeit, der Mieterhöhung zuzustimmen oder nicht. Ohne Zustimmung wird die Erhöhung nicht wirksam – der Vermieter müsste dann auf Wirksamkeit der Erhöhung klagen.
Wichtig:
1. Die ortsübliche Vergleichsmiete darf durch die Erhöhung nicht überschritten werden. – Diese ist im Mietspiegel Ihrer Gemeinde aufgeführt.
2. Der Vermieter kann die Miete hierbei nicht ins „Unendliche“ treiben! – Er kann die Miete innerhalb von 3 Jahren maximal um 20 % erhöhen.
3. Mieterhöhung nach Modernisierung:
Bei einer Modernisierung wird der Wohnwert der Wohnung nachhaltig verbessert (z. B. Anbau Balkon) - oder es werden energieeinsparende Baumaßnahmen (z. B. neue energiesparende Fenster/Wärmedämmung Fassade) durchgeführt, die den Mieter finanziell entlasten. Hierbei können 8% der Modernisierungskosten - jedoch max. 3 Euro/qm - auf den Mieter umgelegt werden.
Achtung: Bei der Modernisierung anfallende Instandhaltungskosten kann der Vermieter nicht umlegen - das ist Sache des Vermieters. Hierauf sollten Sie besonders achten!
Tipp:
Sollten Sie mit der Vermieterberechnung überfordert sein, oder liegen Ihnen für Sie nicht nachvollziehbare Berechnungen vor, sprechen Sie zwecks Erklärung Ihren Vermieter an. Liegt danach immer noch keine Klärung vor, lassen Sie sich von einem Mieterverein in Ihrer Gemeinde beraten. – Der Monatsbeitrag ist in der Regel überschaubar – kann aber über die Laufzeit Ihres Mietvertrages viel Geld sparen.



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